Foto: LINE OF CREDIT | Regie: SALOMÉ ALEXI

Wegen der Corona-Krise bleiben die Kinos geschlossen. Als Reaktion auf die Pandemie und deren Konsequenzen haben einige georgische Filmemacher*innen ihre Filme nun zum kostenlosen Online-Streaming freigegeben. Die Filme sind mit englischen Untertiteln verfügbar. Auf unsere Webseite finden Sie eine kleine Auswahl.

LINE OF CREDIT | Regie: SALOMÉ ALEXI | Georgia/ France / Germany 2014

Als es die Sowjetunion noch gab, führte Nino (Nino Kasradze) ein ganz normales Leben. Seitdem Georgien jedoch ein unabhängiges Land ist, wird alles immer schwieriger — bis sie eines Tages fast die Hypothek auf ihr Haus nicht mehr zahlen und sich deswegen einen Kredit nehmen muss. Im Alter von 40 Jahren, in dem Andere sich ihr Leben und ihre Zukunft gesichert haben, steht Nino vor dem Ruin.

SALOMÉ ALEXI
heißt eigentlich Nutsa Alexi Meskishwili und wurde 1966 in Tbilissi geboren. Tochter von Lana Gogoberidse. Sie ist Absolventin der Tbilissi State Academy of Fine Arts und der Filmhochschule La Fémis in Paris. Sie lebt in Deutschland und Georgien. LINE OF CREDIT feierte in Venedig Premiere und gewann den Preis für die beste Regie beim Tbilissi International Film Festival.

SALT WHITE | REGIE: KETI MACHAVARIANI | Georgien, 2011, 80 Min

Georgien, Schwarzmeerküste, zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Die 35-jährige Saisonarbeiterin Nana träumt vom eigenen Café. Der Polizist Niko, ein abchasischer Flüchtling,kämpft mit den Schatten seiner Vergangenheit und das obdachlose Kind Sopo wünscht sich Strände weiß wie Salz. Als alle aufeinander treffen, kommt plötzlich Hoffnung ins Spiel.

In ihrem Spielfilmdebüt beschreibt die Regisseurin einen Alltag im Stresstest zwischen Überlebenskampf, mechanischem Understatement und dem vage gewordenen Traum von einem besseren Leben. Schwerelos wird die neorealistische Ortsbestimmung eines Landes auf emotionaler Durchreise in Szene gesetzt, mit psychologisch überzeugender Figurenzeichnung und einer Bildgestaltung, die dem vorstädtisch improvisierten Stadtbild des Vorzeigeortes der einstigen „roten Riviera“ tiefenscharfe Patina abgewinnt. Am Ende der Saison trennen sich die Wege der Protagonisten – ohne Tragik, sondern als tränenloser Abschied. Derweil passt die Sehnsucht auf die Postkarte, die Sopo immer bei sich trägt: ein klarer, blütenweißer Salzstrand an einem fernen Meer.

DAS SCHWEIN Regie: Giga Liklikadze Georgien, 2019, 81 Min

Für den Militärdienst nicht geeignet, streift Bachana ziellos umher – und landet nach einer Autobus-Panne direkt auf dem Grundstück zweier Kleinkrimineller. Die wollen von seiner Familie umgerechnet 100 Euro haben, damit sie ihn wieder laufen lassen. In der Zwischenzeit wird der 20-Jährige in dem heruntergekommenen Haus angekettet und schikaniert. Der eine bietet ihm Wasser an, der andere verweigert es. Mal gibt es Brot, dann wieder Schläge. Mal wird der Gefangene angeschrien, dann wieder kommt man ins Gespräch – irgendwo teilen Geisel und Geiselnehmer dieselbe Perspektivlosigkeit. Was als nächstes passiert? Unberechenbar. Bis die Oma der zwei Kleinkriminellen ihren Besuch ankündigt und das Haus aufgeräumt werden muss.

Der georgische Autor und Regisseur Giga Liklikadze legt mit DAS SCHWEIN einen Finger in die Wunde: Nicht alle Georgier profitieren vom Tourismus und der Landwirtschaft, vielmehr werden sie von der Gesellschaft abgehängt. Minutiös und detailliert holt Liklikadze das ins Bild. In aller Seelenruhe studiert er Bachanas Ausharren, seinen leeren Blick.

ICH BIN BESO Regie: LASHA TSKVITINIDZE, GEORGIEN 2014, 90 MIN

Der 14-jährige Beso wächst in der georgischen Provinz auf, zwischen Relikten der sozialistischen Vergangenheit und mit einem patriarchalischen Vater und einer unter den beengten Familienverhältnissen leidenden Mutter. Eines Tages gesteht ihm sein Bruder völlig unerwartet, dass er schwul ist. Gleichzeitig muss Beso sich und seine erwachende Männlichkeit ständig bei seinen Freunden beweisen. Wirklich frei fühlt er sich nur, wenn er improvisierte obszöne Rap-Texte auf einem Tonbandgerät aufzeichnet. Das authentische Porträt einer Jugend im Teufelskreis der Unzufriedenheit.

PARADE GEORGIEN 2018 | Regie: Nino Zhvania mit Archil Kikodze, Guga Kotetishvili und Goga Pipinashvili.

ONLINE NUR BIS 3. APRIL

In der georgischen Tragikomödie Parade treffen sich drei Freunde nach langer Zeit wieder und müssen feststellen, dass sie alle nicht mit ihrem jetzigen Leben zufrieden sind. Daraufhin stürzen sie sich in ein Abenteuer, um das zu ändern.

LISTEN TO THE SILENCE | GEORGIEN 2016 | 90 MIN | OMEU | REGIE: MARIAM CHACHIA

In dem Dokumentarfilm Listen to the Silence geht es um eine Schule für gehörlose Kinder in Georgien, in der Aufwachsende wie der kleine Luka eine glückliche Kindheit verleben können. Der Neunjährige träumt davon auf der Bühne zu stehen und zu tanzen als seine Möglichkeit an der großen Welt teilzuhaben. Der Film zeigt uns Luka’s versteckte Welt der Gehörlosen und verleiht seinem Traum eine Stimme.

Mariam Chachia machte 2003 ihren Abschluss an der Georgischen Staatlichen Universität Shot Rustaveli für Theater und Film. Sie arbeitete einige Jahre für Film- und TV Produktionen, 2012 drehte sie ihren ersten Dokumentarfilm Kirov Street 8. In 2014 gründete sie die Organisation OpyoDoc, die Projekte für sozialen Wandel anstrebt. LISTEN TO THE SILENCE ist die erste Produktion von OpyoDoc, der Film wurde auf dem DOK Leipzig 2016 in der The Next Masters Competition ausgezeichnet.

LISTEN TO THE SILENCE | VIMEO.COM

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