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Zum Gedenken an Gija Kantscheli (1935–2019)

 

Die Berliner Cappella erinnert an den georgischen Komponisten Gija Kantscheli, der im vergangenen Oktober mit 84 Jahre verstorben ist. Unter dem Titel „Auch das Schöne muss sterben“ werden Kantschelis Werk Styx, das eine Art georgisches Requiem darstellt, zwei Werke von Johanns Brahms gegenübergestellt, die sich ebenfalls mit der Vergänglichkeit auseinandersetzen.

 

Styx für Viola, Orchester und gemischten Chor ist ein Kleinod zeitgenössischer chorsinfonischer Musik. In der griechischen Mythologie ist Styx der Fluss der Unterwelt, der das Reich der Lebenden von dem der Toten abgrenzt. Doch wo genau verläuft diese Grenze, wo hört das Entstehen auf, und wo beginnt bereits das Vergehen? Der Komponist wusste selbst, was es heißt, Grenzen zu überschreiten. 1991 hat er seine Heimat Georgien in den kriegerischen Wirren des Zusammenbruchs der Sowjetunion verlassen und lebte seither in Westeuropa. Seine Musik beleuchtet die Nachtseite des menschlichen Lebens, sie scheut sich nicht vor Abgründen und Einsamkeit.

 

Johannes Brahms vertonte mit Nänie und dem Schicksalslied Gedichte von Hölderlin und Schiller. Hier geht es nicht um den Tod des Menschen, sondern um den Tod des „Schönen an sich“. Es ist zum Tode verurteilt, kann aber in der Kunst weiterleben. Die Kunst überwindet die Grenzen, die das Leben gezogen hat.

Tahlia Petrosian, Viola  | Filharmonia Pomorska Bydgoszcz   |  Berliner Cappella  | Sergi Gili Solé (Leitung)